Die Fahrerin:

Ich, Ramona Jetzer bin am 3. August 1991 in Baden (AG) auf die Welt gekommen. Die Primar- und Oberstufe habe ich in Mellingen besucht. Im Sommer 2010 habe ich meine Lehre als medizinische Praxisassistentin erfolgreich abgeschlossen und arbeite jetzt zu 100% in Zürich. Meine ersten Runden mit dem Kart habe ich im Jahr 2005 absolviert. Damals war es für mich bloss ein Hobby und ich dachte mir ansonsten nichts dabei, bis mich im März 2006 das Kart Fieber packte und seither nicht mehr los lässt. Mein Glück ist es auch, dass meine Eltern meinen Entscheid, den Kartsport intensiv zu betreiben, vollkommen unterstützen. Nach dem Motto “Übung macht den Meister“, war ich fast jedes Wochenende auf verschiedene Pisten im In- und Ausland unterwegs, um mich mit meinem Kart anzufreunden und meinen Fahrstil zu verbessern.
Ende 2006 war die Zeit reif, um mein erstes Rennen zu bestreiten. Ich meldete mich für die Rotax Juniorenklasse in Wohlen an und beendete das Rennen auf dem 5. Platz. Hierbei konnte ich wichtige Erfahrungen für die kommende Saison sammeln.

Ramona Jetzer

Ich trainiere auch oft unter der Woche im Fitnessstudio, um den nötigen Leistungsstand halten zu können. Beim Kartfahren ist viel Kraft und Ausdauer nötig um einen kompletten Renntag mit mehreren Rennläufen körperlich gut überstehen zu können.


Kartkarriere:

2005:
Erste Runden auf Kartbahnen.

2006:
Teilnahme an 3 Rotax Rennen in Wohlen und an einem 2h Rennen in Biesheim (F).

2007:
In der Rotax Junior Meisterschaft habe ich den 10. Platz von insgesamt 19 Fahrern erreicht. Erfreulich war jedoch, dass es gegen Ende der Meisterschaft immer besser lief. Beim zweitletzten Rennen hatte ich sogar im Zeitfahren den dritten Platz erzielt.
Im letzten Rennen wurde ich mit einer grossen Veränderung überrascht. Ich bekam die Chance, in einem grossen Team mitzufahren. Ich bin überzeugt, dass ich im nächsten Jahr in einem Team noch grössere Fortschritte erreichen kann. Ich entschloss mich, das letzte Rennen als Probe zu nutzen. Als Ziel war nicht der Rang ausschlaggebend, sondern die Integration ins Team und die Möglichkeit ein neues Chassis zu testen.
Den Vega-Cup konnte ich leider nicht bis zum Ende fahren. Da ich keine Ferien  nehmen durfte, war es mir nicht möglich, am letzten Rennen in Valence (Frankreich) teilzunehmen. Das zweitletzte Rennen jedoch beendete ich auf dem 5. Platz und war im Zwischenklassament auf dem 6. Rang von insgesamt 26 Fahrern.

2008:
Im Jahre 2008 fuhr ich in der Königsklasse der Rotax Max mit, Messen musste ich mich dort mit den Besten von den Besten. Mit dem Saisonresultat sind wir nicht ganz zufrieden, viele technische Defekte und Unfälle hinderten mich an guten Platzierungen. Die Rennrutine fehlt mir natürlich gegenüber den anderen noch sehr, jedoch glänzte ich jeweils im Zeitfahren mit guten Platzierungen und sogar mit meiner ersten Poleposition an einem offenen Rennen in Wohlen. Im Endklassement Rotax Max Challenge habe ich den 12. Rang von insgesamt 30 Fahrern erreicht.

2009:
Das zweite Jahr welches ich in der Rotax Challenge startete, dieses Jahr mit einem sehr starken und grossen Fahrerfeld. Mit dem Saisonresultat 2009 bin ich nicht ganz zufrieden, einige Unfälle hinderten mich an guten Platzierungen, jedoch weiss ich selbst auch, dass ich noch einiges an mir ändern kann oder muss. Im Endklassement Rotax Max Challenge habe ich den 11. Rang von insgesamt 33 Fahrern erreicht.

2010:
Da für mich in diesem Jahr an erster Stelle meine Abschlussprüfungen als medizinische Praxisassistentin standen, kamen die Trainings anfangs Saison etwas zu kurz. Da es in der Rotax Challenge für dieses Jahr einige Neuerungen gab, wie z.B. neue Zylinder, welche ich aus Zeitmangel zu wenig testen konnte, erschwerte mir dies den Saisonstart. Bei den ersten 3 Rennen holte ich jeweils 0 Punkte, weil ich von technischen Defekten oder Karambolagen im Rennen betroffen war und somit entschlossen wir, die Meisterschaft an diesem Punkte zu beenden.
Mitte Saison hatte ich langsam die Lust am Kart fahren verloren, weil ich und mein Team das Beste gegeben haben, aber trotzdem gab es keine High-Lights. Wir beschlossen noch an der Vega-Meisterschaft teil zunehmen, bei welcher ich meine ersten Rennerfahrungen sammelte und immer Spass hatte und so war es auch wieder dieses Jahr.
Trotz einem starken Fahrerfeld glänzte ich mit 3. und 4. Plätzen und konnte sogar das erste Mal einige Runden ein Rennen anführen.
Zum Saisonabschluss wurde ich vom Schweizer Karthersteller New Swiss Hutless zu meinem ersten Internationalen Rennen in Jesolo (I) eingeladen. Ich durfte mit dem Privatauto anreisen und das Kart, sowie die Motoren wurden direkt zum Rennen gebracht. In den Warm-Up’s konnte ich mich in den Top Ten platzieren bis mich dann, als es um die Wurst ging, Motorenschäden an guten Platzierungen hinderten. Im Finale kämpfte ich mich dann von ganz hinten durch das starke Fahrerfeld bis auf den 14. Platz vor. Es war eine tolle Erfahrung, das ganze Ambiente, wie z.B. die Fahrerparade mit Schweizerflagge und namentlicher Erwähnung war ein super Erlebnis für das ganze Team.

2011:
Mit viel Hoffnung startete ich in die Saison 2011 und bestritt in der Kategorie Elite die Vega Trophy. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten glänzten wir mitte Saison mit Top 3 Platzierungen. Nach einem verpatzten Saison-Auftakt entschied mein Team und ich, kurzfristig einen Markenwechsel vorzunehmen, was wohl der Beste entscheid war, seit ich auf 4 Rädern unterwegs bin. Von da an ging’s aufwärts! Nicht nur auf der Strecke passte alles, sondern auch das ganze Team war entspannter. Das TonyKart machte es mir und meinem Mechaniker einfacher ein passendes SetUp für das ganze Rennwochenende zu finden, mit welchem ich bis zum Finallauf vorne mithalten konnte. Die Rennsaison beendete ich auf dem guten 5. Gesamtrang mit welchem ich und mein Team sehr zufrieden sind.
Mein Vater ermöglichte mir zusätzlich die Teilnahme an einem X-30 Europameisterschaftslauf in Deutschland wofür ich Ihm sehr danken möchte. Ich konnte zwar nicht vorne mitfahren, lernte aber sehr viel an dieser Veranstaltung.

2012:
RacingRamona blickt auf die bisher erfolgreichste Renn-Saison zurück. Dieses Jahr hatte ich starke Konkurrenz, unter anderem mit einer Ex-Formel2 Fahrerin und einem Ex-Kartschweizermeister. In 9 von Total 12 Rennen platzierte ich mich unter den Top 3. Mit lediglich 2 Punkten Rückstand auf den Gesamtsieger wurde ich Vize Meister in der Kategorie Elite bei der Internationalen Vega Trophy. Mit einem vom Team optimal vorbereiteten Kart war es mir immer möglich, mit den schnellsten Mitstreiter/innen an der Spitze mit zufahren.

2013:
Für diese Saison setzte ich mir selbst grosse Ziele. Mein Team und Ich entschieden uns in der neu eingeführten Kategorie X30 bei der Schweizermeisterschaft mit zufahren. Bereits beim 1. Rennen waren schon etliche starke Piloten am Start und das Fahrerfeld wuchs mit der Zeit immer mehr. Mein Saisonstart stand unter keinem guten Omen. Bereits beim ersten Rennen hinderte mich eine gerissene, ganz neu montierte Kette am Renntag, an einer guten Platzierung. Beim 2. und 3. Rennen passierten wegen dem grossen Fahrerfeld von 25 Piloten viele Unfälle bei den Starts die mich teils hinderten überhaupt ins Ziel zu kommen oder ich musste das Feld von hinten Aufrollen. Ich glänzte zwar immer mit guten Rundenzeiten und grandiosen Aufhohljagden, was jedoch auch keine Punkte brachte, welche für die Meisterschaft wichtig waren.
Für das 4. Rennen nach der Sommerpause nah ich mir viel vor, denn die schlechten Resultate und die vielen Ausfälle machten mir zu schaffen. Mein Vater und mein Bruder gaben am Samstag im freien Training mächtig Gas mit schraubarbeiten und sie stellten mir ein perfekt abgestimmtes Chassis zur Verfügung. Am Sonntagmorgen im Zeitfahren passte alles und die viele Arbeit machte sich bezahlt, ich holte mir die Poleposition. Beim Start in den 1. Lauf lief dann alles schief. Ich verunfallte schwer und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Es folgte eine lange Genesungszeigt mit 4 monatigem Reha-Aufenthalt, doch mit viel Kampfgeist kämpfte ich mich zurück.

2014:
In der Saison 2014 war es mir aus gesundheitlichen Gründen noch nicht möglich an einer Meisterschaft teil zunehmen. Ich begann aber ab dem Sommer wieder meine Runden im Kart zudrehen, immer in der Hoffnung und mit dem Willen wieder dahin zurück zu kommen, wo ich mal war. Um mich selbst auf die Saison 2015 vorzubereiten, war es mein Wunsch, ein Rennen im kleinen Rahmen zu bestreiten. Mit dem Ergebnis war ich ganz zufrieden, ich zeigte im Zeitfahren das ich das Kartfahren noch nicht verlernt hatte und holte mir die Poleposition. Beim Start klopfte dann mein Herz schon ganz schön schnell, trotzdem beendete ich das Rennen als 2. Platzierte mit minimem Abstand zum Führenden. Ich verspürte zwar während den Läufen eine starke Müdigkeit in meinem rechten Arm, was jedoch mit der grossen Freude wieder im Kart zu sitzen Nebensache war.

2015:
Ich entschied mich in der Saison 2015 als Test die Vega Trophy zu bestreiten. Für mich war es ein Probejahr, ob ich überhaupt nach dem Unfall wieder bereit bin, Kartrennen bestreiten zu können. Deshalb startete ich mit meinem alten Material aus 2012/13. Ich konnte mich langsam wieder ans Renn- geschehen gewöhnen und bin Gesundheitlich in in der Lage, ein Rennwochenende auf einem guten konditionellen Niveau durch- fahren zu können. Mit einigen guten Rennen, vorallem im Regen, konnte ich einige gute Resultate einfahren. In der VEGA Tropheo belegte ich in der Gesamtwertung den 8 Platz von 31 Teilnehmern.

Ich freue mich wieder zurück im Kart zu sein und bin mit viel Ehrgeiz am Start der Schweizermeisterschaft 2016.
Ich danke besonders meinen Eltern und Kameraden für die unheimlich tolle Unterstützung auf meinem Weg zurück ins Kart, sowie allen meinen Sponsoren und Gönnern.